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KLISCHEES AUF DEM PRÜFSTAND
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum man in Museen so gut, wie nie Aquarellgemälde findet? Kaum zu glauben, aber diese bedauerliche Tatsache beruht auf bis heute unkorrigierten Irrtümern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als noch mit unzulänglichen Materialien experimentiert wurde. Um es vorweg zu nehmen: moderne Aquarellgemälde erreichen mit den richtigen Materialien nachweislich eine Lebensdauer von mehreren Jahrhunderten (!) und können damit sogar Ölgemälde überdauern! Empirische Beispiele: Dürers Feldhase von 1502 oder Turners Landschaftsaquarelle aus dem frühen 19. Jh. sind bis heute in originaler Farbintensität erhalten, was anhand zerstörungsfreier Materialanalysen nachgewiesen werden konnte. Das Vorurteile empfindlicher, schnell verblassender Aquarelle bereits seit undenklichen Zeiten widerlegt sind, wird bis heute kaum zur Kenntnis genommen und führt dazu, daß eine komplette Kunstrichtung in weiten Teilen so gut, wie gar nicht im Museumsbetrieb stattfindet. Instabile organische Farbstoffe, wie z.B. Karminrot oder säurehaltiges Papier, sind nur zwei von vielen Klischees und wären erstklassige Forschungsthemen über "Vorurteile in der Malerei". Greifen wir einige heraus und stellen sie der Ölmalerei gegenüber, die als Museumsmaßstab herangezogen wird.
• Minderwertige Materialien beeinträchtigen die Lebensdauer. --> Korrekt. Trifft auf jedes Genre zu, weshalb professionelle Künstler - auch im Aquarell - mit professionellen Materialien arbeiten.
• Pigmente eines Aquarells sitzen auf Papieroberfläche ohne Firnisschutz --> Korrekt. Deshalb werden Aquarelle - auch Ölgemälde - hinter entspiegeltem UV-Glas ausgestellt und von UV-freien, Infrarot-freien und strikt Lux-begrenzten Strahlern beleuchtet.
Das war es auch schon. Das sind tatsächlich die einzigen Bedenken auf denen die Uninformiertheit gegenüber Aquarellmalerei beruht. Professionelle Künstler, in deren Interesse es ist, Werke von Dauer zu schaffen, greifen in jeder Kunstrichtung zu hochwertigen, alterungsbeständigen Materialien. Auch in der Aquarellmalerei, die zudem den großen Vorteil hat, daß Sie überhaupt nur drei davon benutzt.
1. Holzfreies, säurefreies, alkalisch gepuffertes (meist mit Calciumcarbonat) Hadernpapier aus 100% Baumwollfasern, ohne Lignin, welches nicht vergilbt, nicht brüchig wird und seine naturweisse Farbe (gemäß ISO-NORM 9706) über Jahrhunderte beibehält.
2. Hochlichtechte mineralische und anorganische Pigmente, wie z.B. Kobaltblau, Cadmiumrot oder synthetische Eisenoxide, die durch UV-Strahlung chemisch nicht verändert werden. Lichtechtheit wird nach internationalen Standards, wie der ASTM D5067 und der 8-stufigen Wollskala geprüft, nach denen alle führenden Hersteller arbeiten. Die höchsten Stufen der Lichtechtheit entsprechen, unter normalen Galeriebedingungen, einer unveränderten Farberhaltung von weit über 100 bis 200 Jahren!
3. Das Bindemittel: Gummi Arabicum ist ein gehärteter Pflanzensaft von Akazienbäumen, der nach dem Trocknen einen hauchdünnen, wasserlöslichen, aber sehr stabilen und chemisch extrem trägen Film um die Pigmentteilchen bildet. Anders als Harze, Öle und andere Bestandteile der Ölmalerei kommt es hier zu keinem Vergilben, Verharzen, Oxidieren oder Verspröden (Krakelee-Bildung). Gummi Arabicum bleibt farbneutral und verändert den chemischen Eindruck des Pigments nicht.
Glücklicherweise kam es in den letzten Jahren, durch einen professionellen Aufschwung der Aquarellmalerei sowie, internationaler Vernetzung, zu mehr Bewußtsein und Sachverstand. Nach den bisherigen Argumenten beruhen die längst überholten Ressentiments (überspitzt formuliert) auf der irrwitzigen Annahme, moderne Aquarelle entstünden mit Schulmalkasten auf Packpapier und sollten heutzutage nicht mehr unterlaufen.
Links zu wissenschaftlichen Quellen und Studien:
Leipzig vs Venedig - neue Doppelausstellung bis 25.4.26 - Lehmhaus Galerie Zwenkau
Zwei malerische Städte - zwei malerische Handschriften und großes Publkumsinteresse zur Eröffnung. Zwischen knapp 80 wundervollen Gemälden von André Khamasmie und dem Leipziger Maler Klaus König gibt es die faszinierende Möglichkeit mit den Sinnen zu schweifen. Wasserwege, Brücken, Passagen, Handelshöfe, Palazzi, pompöse Plätze und prunkvolle Architektur in Groß- und Klein Venedig. Faszinierende Unikate für die Liebhaber schöner Künste.
Donnerstag bis Samstag, jeweils 14 bis 18 Uhr
oder nach telefonischer Absprache unter:
034203 - 32588.
faszinierte Presse-und Publikumsechos
Lange stehen die Menschen vor den Bildern, lassen sich treiben, diskutieren, machen Fotos, stellen Fragen oder betrachten still.
Wofür Kunst und Malerei? Gibt es einen Sinnzwang? Gelungene Bilder sind für mich frei, erinnern den Betrachter, lassen ihn das Bild betreten, bleiben offen für alle Betrachtungen. Wenn sie dabei nicht erbauen, haben sie für meine Begriffe ihr Ziel verfehlt.
In der Mitteldeutschen Zeitung vom 22.1.26 schrieb Luisa König "Einen besonderen Akzent setzt der Leipziger Künstler André Khamasmie, der erstmals im Neubau des Museums ausstellt. Seine Aquarelle zeichnen sich durch freie, impressionistische Handschrift aus." Die Museumsleiterin Marie Reppe sagt im selben Artikel "Die Suche in seinen Bildern gilt atmosphärischen Lichtstimmungen, in deren Tiefenwirkung der Zuschauer einsteigen kann."
Die Werke hängen noch bis 22.02.2026 im Museum Petersberg; Alte Hallesche Straße 28; 06193 Petersberg
Ein Sommer voller Bilder – und ein voller Erfolg
Meine erste große Ausstellung in der Lehmhaus-Galerie hat alle Erwartungen übertroffen: zahlreiches Publikum, lebhafte Gespräche und eine spürbare Begeisterung für die Bilder. Die Nachfrage war groß, das Echo herzlich – ein unerwartet schöner Erfolg. Ich freue mich sehr über dieses ermutigende Erlebnis und blicke dankbar auf zwei erfüllte Monate zurück.
3. Kunstmesse Bilderzauber
Vom 26. September bis 12. Oktober verwandelt sich die Willi-Sitte-Galerie in Merseburg in einen Ort zeitgenössischer Landschaftsmalerei. 18 Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Sicht auf Natur und Raum. Ich selbst bin mit einem eigenen Ausstellungsraum und 25 Arbeiten vertreten – zur Vernissage am 26. September, 17 bis 19 Uhr, öffnet sich der Bilderzauber.